Dienstag, 30. Oktober 2012

Unsere erste Reise



So, nachdem Lina und ich endlich unsere Registrierung in den Händen halten konnten, ging es am Sonntagmorgen mit Tobias und Kurt per Bus Richtung Bangalore, der Hauptstadt von unserem Nachbarstaat Kanataka.
Schon die Busfahrt war für Lina und mich sehr abenteuerlich und aufregend. Die meisten Indischen Busse haben keine Türen- also wer voluminöseres Haar will muss nur mit einem indischen Bus fahren.(;
In Bangalore sind dann die anderen Freiwilligen Lara und Lennart zu uns gestoßen und zusammen sind wir dann auf die Suche nach unserem Hotel gegangen. Unsere Unterkunft war auf dem MG- Road, der „westlichen“ Straße in Banglore. Um uns herum gab es bekannte Läden wie VeroModa, Puma, Pizza Hut, und und und.
Unser Zimmer war total in Ordnung, wir hatten sogar eine westliche Toilette und die Lage war sehr gut – nur die Kakerlaken waren nicht ganz so unsere Fall.(;
Lara,Lina und Ich in unserem Zimmer in Bangalore.

Bangalore ist schon relativ westlich geprägt aber abends etwas zu unternehmen ist (wie fast überall in Indien!) leider etwas schwieriger, da Bars 22 Uhr keinen Alkohol mehr ausschenken dürfen und demnach auch die Clubs um diese Zeit schließen.  Es gibt aber trotzdem nette Pubs (in die auch Frauen dürfen!) in denen man etwas trinken kann und jede Menge westliche Fastfood Ketten.(;







In Bangalore haben wir auch einen Inder kennen gelernt, der viele Jahre in England war und der demnach sehr gut englisch gesprochen hat. Wir saßen dann am Abend alle zusammen an einem See in Bangalore und haben beim Sonnenuntergang unseren stolz erworben Käse und unser Toastbrot gegessen. (; Käse zu bekommen ist in Indien nämlich gar nicht so einfach, zum einen findet man kaum welchen und wenn dann gerade mal eine Sorte.

Am Dienstag sind wir dann ganz früh mit dem Bus nach Mysore gefahren um dort das Dasara Festival anzugucken. Das Festival ging über mehrere Tag und am Mittwoch war eine große Parade mit Elefanten.(:






Dort sind wir auf einen Berg gefahren, um einen Tempel zu besichtigen, der jedoch extrem von Touristen überfüllt war.








 An solchen Orten merkt man extrem, wie es ist, als weißer nach Indien zu kommen. Wir wurden so oft fotografiert und haben dem Tempel fast die Show gestohlen. (; Ich musste z.B. mehrmals mit irgendwelchen Babys auf dem Arm Fotos machen. Die Inder sind bei solchen Sachen sehr schüchtern, ein paar kommen an und fragen ob sie ein Foto machen dürfen aber die meisten gucken nur und versuchen heimlich Fotos zu machen indem sie z.B. so tun als ob sie eine SMS schreiben. Manchmal ist es ganz lustig, aber nach einen Weile nervt es schon etwas, vor allem wenn sie dir den Weg versperren und das ganze so aussieht:



Der Ausflug war auf jeden Fall lohnenswert, da die Aussicht einfach genial war.(;








Am Abend sind wir dann schön indisch essen gegangen und haben unseren ersten Club gefunden, der länger als 22 Uhr geöffnet hatte.(: Am nächsten Tag war dann der 19. Geburtstag von Tobias und das Ende des Festival samt der Parade. Wir sind an diesem Tag extra früh aufgestanden, da uns fälschlicher Weise erzählt wurde, der Umzug beginnt 10 Uhr. Leider war das nicht der Fall und wir hatten noch bis 15 Uhr Zeit uns die Stadt etwas anzusehen. Wir sind dann durch Zufall in einen Markthalle gekommen, in der wir vor lauter Farben und  Gerüchen gar nicht wussten wo wir zu erst hin gucken sollten.








Dort haben wir einen Stand gefunden, wo tolle Öle und Düfte verkauft wurden und haben dann dort die restliche Zeit verbracht. Der Verkäufer war sehr erfreut über unsere Bekanntschaft, da er auch schon viele andere Freiwillige aus Deutschland kennengelernt hatte und sogar mehrer Bücher führt über Freiwillige die Düfte und Öle gekauft haben.




Gegen Mittag sind wir dann auf die Hauptstraße gegangen um uns einen guten Platzt für die Parade zu Sichern. Leider hatten wir nicht erwart, dass wir so lange in der prallen Sonne sitzen müssen und da haben leider auch unsere wunderschönen Tücher den Sonnenbrand nicht vermeiden können.(;
















Am Donnerstag haben wir uns dann den Lalita-Mahal-Palast  angesehen, den der Maharaja extra für seine Gäste errichteten lies. Ein sehr schönes und prachtvolles Gebäude, jeder Saal sieht anders und besonders aus. Leider durften wir im Palast selber keine Fotos machen, aber ich glaube die Außenansicht beeindruckt auch ganz schön.(;


Die Architektur im Palast selber konnten wir leider auch nur schwer bestaunen, da es von Touristen nur so gewimmelt hat und die Inder typischerweise immer drängeln und man dadurch durch den Palast gescheucht wurde.
Aber das Angebot rings um den Palast war auch sehr Erlebnisreich, da es Elefanten, Kamele und Affen zu bestaunen gab.




Der Ausblick von unserem Hotel in Mysor

Mit dem Bus ging es dann viele Stunden in das Bergstädtchen Madiceri.


 Dort hatten wir kein Hotel sonder ein „Home Stay“, das ist so was wie eine Ferienwohnung. Und von dieser Ferienwohnung waren wir sechs mehr als begeistert. Wir hatten einen kleines Wohnzimmer und ein gemeinsames Schlafzimmer und sogar eine kleine Küche. Auch der Ausblick von unserer Terrasse war unglaublich schön!

Zu sehen gab es auch sehr viel in Madiceri. Wir haben uns gleich am selben Tag ein Tuck Tuck besorgt und sind in die Berge zu einem Wasserfall gefahren.

Zurück wollten wir eigentlich wandern, aber leider gab es keinen wirklichen Wanderweg und deswegen haben wir uns einen Jeep besorgt, der uns wieder zurück bringen sollten. Das ganze war jedoch eine ziemlich heikle Angelegenheit, da unser Fahrer auf die schlaue Idee kam einen anderen kaputten Jeep mit einem dünnen Drahtseil den Berg runter zu schleppen. Natürlich ist das Drahtseil mehre Male gerissen und wir hatten extreme Angst, dass der andere Jeep in unser Auto rein fährt. Aber am Ende sind wir zum Glück heil wieder angekommen.

Am Abend haben wir auch endlich mal indisches Fernsehen gesehen, was jedoch größten Teils aus Talentshows besteht.(;
Unser Reiseführer hat uns am nächsten Tag zu einem wunderschönen Ort geführt, von dem man einen traumhaften Blick hat und den Sonnenuntergang genießen kann.





Dort haben wir auch andere Freiwillige getroffen. Allgemein sind uns auf unsere Reise erstaunlich viele andere Freiwillige aus Deutschland über den Weg gelaufen.


Leider war die wunderschöne Reise am folgenden Tag schon wieder vorbei und es ging wieder für 10 Stunden in den Bus....:(

In Krishnagirie angekommen mussten wir gleich am nächsten Tag wieder arbeiten und durften zu unserer großen Freude auch endlich alleine unsere erste Klasse unterrichten.  Unsere Klasse bestand aus ca. 35 Drittklässlern, mit denen wir Englisch geübt haben. Nach drei Stunden waren wir jedoch ziemlich platt und fertig aber zufrieden über unsere erbrachten Leistungen. (:


 In dieser Woche habe ich so viel von Indien gesehen und so viele Dinge kennengelernt. Von dem indischen Essen bin ich total beeindruckt, da es nicht wie ursprünglich gedacht größten Teils aus Reis besteht.(; Es gibt verschiedenen Fladen die alle anders schmecken und tolle Soßen.

Die Woche war sehr toll und aufregend und wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Wochenende, da geht es wieder los!(: 

Montag, 15. Oktober 2012

Hugo, Brennball und Pizza...!

So, Lina und Ich sind jetzt offiziel in Indien angemeldet (na ja, jedenfalls so gut wie(;) ! Wir waren am Montag bei der Registrierung und es hat erstaunlicherweise alle super geklappt. Lina und ich sind mit etwas mulmigen Gefühlen zur Polizei gefahren, da wir ja schon genug Horrorgeschichten über die Registrieung gehört haben.... z.b. gibt es Probleme bei Lara und Lennart, da sie einen falschen Bezirk auf ihrem Visum stehen haben. Na ja, bei Lina und mir lief es jedenfalls richtig schnell und nach einer halben Stunde waren Lina und Ich aus der Polizeistation raus. Das Polizeigebäude ist übrigens unglaublich riesig und prachtvoll, was irgendwie komisch neben den kleinen Hüttchen aussieht...(;



Lina und mir gefällt es hier total gut, werden aber für unseren Geschmack etwas zu stark "behütet"! Vor unsem Internat ist eine kleine Straße in der es ein paar Lädchen gibt. Es gint z.b. einen Schneider, einen Bäcker, Fotograph, Obststände,...
Alle ist unglaublich günstig, vor allem das Obst hat es uns angetan.



Das Obst ist in keiner Weise mit dem Obst aus unserem Supermarkt zu vergleichen. Wir ernähren uns so gut wie nur von Bananen, da sie erstens unglaublich billig und zweitens sooooo lecker sind.(: Es gibt auch richtig leckere Milchbrötchen für ca. 1 ct.!
Man bekommt also viele schöne Sachen auf dieser Straße nur leider sehen es die Leute vom Internat nicht so gerne, wenn Lina und Ich alleine das Internat verlassen.Das heißt, dass die Jungs immer mit müssen.(; Das ist echt sehr nervig, da wir so was von zuhause nicht gewöhnt sind.(;

Die Jungs und wir hatten eigentlich vor, dieses Wochenende nach Chennai zu fahren, um dort weitere Freiwillige zu besuchen. Da wir aber noch nicht die vollständige Registrierung haben (also wir waren schon bei der Polizei und haben uns registriert, haben aber noch keine Unterschrift.(; Alles etwas kompliziert.) sind die Jungs alleine gefahren und Lina und Ich haben ein Wochenende voller Langeweile auf dem Internat verbracht. Dadurch, das Samstag keine Schule für die Kinder war, sind viele Lehrer und Kinder für das Wochenende weggefahren und Lina und ich hatten jede Menge Zeit für....gammeln.(; Wir haben unmengen an Filmen gesehen, mit den Hostelkindern gespielt-z.b. "Brennball", "Obstsalat", "Vier-gewinnt", "Zungenmörder", "Simon says" und jede Menge andere Spiele.(: Den Kindern hats glaube Ich sehr gefalle. Sie nehmen die Spiele auch so schön auf. Wenn man mit einem Kind ein Spiel spielt, wird es gleich allen anderen Freunden gezeigt und auf einmal spielt jeder dieses Spiel.
 Ach ja, außerdem haben Lina und Ich versucht unsere versehentliches Haustier Hugo zu verscheuchen.(; Lina und Ich haben eines Tages entdeckt, dass irgendein anderes Lebewesen in unserem Zimmer leben muss, da unsere Kekse angeknabbert wurden und überall kleine Kothäufchen  lagen. Zu erst haben wir vermutet, das Hugo ein Streifenhörnchen ist aber dann bekamen wir Hugo zu Gesicht...es war eine Maus (Lina meint es war eine Ratte- aber das will ich lieber nicht glauben.(;).
Na ja, wir haben uns ziemlich erschrocken und fast das ganze Haus aufgeweckt.(; Zum Glück kam aber der Direktor und das "Mädchen für Alles"- bewaffnet mit einem Schlagstock um das Tier zu verjagen.... Jetzt ist Hugo weg, dafür hatten wir kurz danach Kakerlaken.:( Zum Glück hatten die Jungs schon das gleiche Problem und wir konnten mit dem Kakerlakenspray die Kakerlaken verjagen. Nun hoffen wir, dass wir sie los sind.

Die Jungs sind am Wochenende jeden falls weggefahren. Da Lina und Ich Zuhause bleiben mussten haben die Jungs uns eine super tolle Überraschung mitgebracht... eine Pizza.(:

Lina und Ich durften dieses Wochenende schon mehrere Male richtige Monsune mit erleben. Wir haben mit den Kindern draußen Ball gespielt und auf einmal beginnt es schlagartig zu regnen und zu gewittern. Unser Direktor hat uns erklärt, es sei das Werk Gottes....
Alle haben uns etwas schief angesehen, als wir nicht sofort ins trockene gerannt sind sondern im Regen stehen geblieben sind. Aber es gibt wirklich nichts schöneres als eine kleiner Monsunregen an einem unglaublich heißem Tag.(;


Unser Leben auf dem Internat bekommt langsam aber sicher auch einen Alltag. Meistens sind wir bei den kleineren Kindern und bringen ihnen ein Gedicht oder ein Lied bei. Die Klasse, in der ich in letzter Zeit war, war eine Klasse mit 47 (!) vierjährigen. Wer denkt, dass das viele Kinder sind irrt sich aber gewaltig. Lina war in einer Klasse mit 74 (!) Kindern. Das die Lehrer überfordert sind, kann man ihnen also weiß Gott nicht verübeln. Jedoch komm ich in keiner Weise damit klar, wie hier mit den Kindern umgegangen wird. Der Schlagstock kommt regelmäßig zum Einsatz...!
Ich habe noch nie so viele Kinder auf einmal weinen sehen!